Investitionszuwachsprämie 2017 – was ist bisher geschehen?

  • Die Investitionszuwachsprämie soll als Impuls für KMUs und große Unternehmen dienen. Wir haben die Förderungsaktion der Bundesregierung im Detail betrachtet und ziehen eine Zwischenbilanz.

    Mit Anfang des Jahres hat das AWS, das Austria Wirtschaftsservice, eine Investitionszuwachsprämie für große Unternehmen sowie einen eigenen Fördertopf für KMUs aufgelegt. Startschuss für die Einreichung der Anträge war der 9. Jänner 2017. Die Absegnung im Nationalrat erfolgte dazu im Juni dieses Jahres.

    Das Ziel der Förderungsaktion ist es, Investitionsanreize für Unternehmen zu schaffen. In weiterer Folge sollen dadurch positive Impulse für die Wettbewerbsfähigkeit wie auch für den Arbeitsmarkt entstehen. Auf diese Weise wird der Standort Österreich abgesichert.
     
    Entscheidend für eine Förderzusage ist die Art der Neuinvestition. Diese muss bei KMUs zumindest um 50.000 EUR und bei Großunternehmen um mindestens 100.000 EUR höher liegen als der Wert der durchschnittlichen Investitionen der vergangenen drei Geschäftsjahre. Der Zeitraum der Beobachtung bedingt somit unter anderem auch, dass die einreichenden Unternehmen zumindest seit drei Jahren tätig gewesen sein müssen.

    Für Unternehmen mit bis zu 250 Mitarbeitern stellt das KMU-Förderprogramm für einen Investitionszuwachs zwischen 50.000 EUR und 450.000 EUR ein maximales Fördervolumen von bis zu 15% in Aussicht. Dafür wurde von der Regierung ein Gesamttopf von 87,5 Millionen EUR für das heurige Jahr bereitgestellt.
    Für Großbetriebe, zu denen man rund 1.000 Leitbetriebe mit knapp 900.000 Beschäftigten zählt, wurde ein Budget von 100 Millionen EUR zur Verfügung gestellt.

    Im ursprünglichen Förderprogramm waren Freiberufler nicht berücksichtigt. Jedoch wurde mit 31. März 2017 die KMU-Investitionszuwachsprämie auf diese Gruppe ausgeweitet. Die Aktion wurde vor allem von den KMUs/Freiberuflern sehr gut angenommen. Denn mit 7. April 2017 war der Fördertopf bereits komplett ausgeschöpft. Mit der Maßnahme wurden rund 1.900 Klein- und Mittelbetriebedie überdurchschnittlich investiert habenunterstützt, sodass Investition im Ausmaß von 1,6 Milliarden EUR gefördert werden konnten. Bei den unterstützten Unternehmen handelt es sich um rund 1.450 Firmen aus den Bereichen Gewerbe und Industrie sowie um Freiberufler. Auch aus dem Tourismus haben 458 Unternehmen ein Investitionsvolumen von 400 Millionen EUR eingereicht und konnten mit Förderungen in der Höhe von 22 Millionen EUR unterstützt werden.

    Das Förderpotenzial für 2017 ist nun ausschöpft, jedoch soll das gleiche Budget in der Höhe von 87,5 Millionen EUR auch im Jahr 2018 für einreichende KMUs zur Verfügung stehen. Die Ausschreibungsbedingungen für das kommende Jahr befinden sich allerdings erst in Ausarbeitung und stehen zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht fest.

    Für große Unternehmen, die etwas anderen Förderbedingungen unterliegen, stehen jetzt noch ausreichend Fördermittel für das Jahr 2017 zur Verfügung. Wer rechtzeitig einreicht, kann von den 80 Millionen, die noch für 2017 im Fördertopf sind, profitieren.

    Wie erfolgreich diese Maßnahme insgesamt ist und ob die gewünschten Ziele damit erreicht werden konnten, wird sich in den nächsten Jahren zeigen. Wir bleiben für Sie dran.

Fact Box

    • KMU-Prämie 2017 bereits ausgeschöpft
    • Ein Investitionsvolumen in der Höhe von 1,6 Milliarden wurde unterstützt
    • Einreichung für die Förderung von Großunternehmen für 2017 noch möglich
    • 2018 Neuauflage der KMU-Investitionszuwachsprämie unter neuen Bedingungen

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